Rennen, Erinnerungen, Revival – mein Blog rollt wieder – Teilnahme 4 Islands MTB Race in Kroatien
Die Reise nach Kroatien beginnt wie ein Roadmovie mit Corona-Twist. Mein Duo-Partner und ich starten in aller Herrgottsfrühe Richtung Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) – Corona-Test nicht vergessen! Ein kleiner Boxenstopp, Papierkram, Selfie-mit-Test-Zertifikat – alles erledigt, grünes Licht für die Weiterreise.
Dann geht es weiter Richtung Süden: Kilometer um Kilometer über Autobahnen, vorbei an Dörfern, Feldern und staubigen Baustellen. Der Hintern wird taub, die Augen müde – aber Vorfreude ist ein starker Treiber. Unser geplanter Halt: Piding an der Grenze. Dort warten wir auf das offizielle Corona-Testergebnis, das über unser Weiterkommen entscheidet. Hotel beziehen, Taschen abwerfen, Beine ausschütteln – und während wir auf das Ergebnis warten, werden schon mental die Trails durchgespielt: Welche Reifen, welche Linien, wer übernimmt den ersten Anstieg?
Am nächsten Morgen: Test bestanden, Daumen hoch – wir rollen weiter Richtung kroatische Küste. Auf dem Hotelparkplatz angekommen: Die Bikes liegen noch im Laderaum. Schnell auspacken, zusammenbauen, Bremsen checken, Reifen aufpumpen – ein Mini-Workshop im Freien, begleitet von fluchenden Ketten, verlorenen Inbusschlüsseln und viel Gelächter. Endlich startklar – Team-Outfit sitzt wie eine Mischung aus Superhelden-Kostüm und Profi-Radler-Latex – und los geht’s auf die erste Trainingsfahrt.
Erste Trainingsfahrt: Bergauf, bergab, Muskelkater inklusive
Kaum losgefahren, geht’s richtig los: 20 Kilometer, 600 Höhenmeter. Lockeres Warmfahren? Hahaha. Eher ein sanftes Einstimmen auf den Muskelkater der kommenden Tage. Trotzdem saugen wir die Landschaft auf, wissend, dass Sightseeing höchstens bedeutet, beim nächsten Steilhang kurz innezuhalten und zu staunen. Am Abend noch Kalorien nachladen wie ein Eichhörnchen vor dem Winter – und dann ab ins Schlummerland, wo selbst die Träume schon bergauf führen.
Tag Zwei: Piiieeep! Fiebermessen und Einschreiben im Starterfeld. Der PCR-Test wird als „gültig genug, um das Abenteuer zu starten“ erklärt. Noch einmal schlafen, dann geht’s los. Den Rest des Tages nutzen wir, um den Prolog abzufahren. Sehr schmale Trails, steile Abhänge, Kiesboden, der sich wie Treibsand anfühlt – jeder Meter ein Balanceakt zwischen „Profi-Radler“ und „Warum tue ich mir das an?“. Nach sechs Kilometern der erste Plattfuß – ein deutliches Zeichen, dass Kroatien kein Wellnessurlaub für Mountainbiker ist. Malochen im Postkarten-Panorama. Ganz ehrlich: Ich habe nichts anderes erwartet.
Abends noch einmal Prolog-Studium – tückische Stellen im Kopf markieren, Strategien schmieden. Tubeless umrüsten lassen, kurzer Gruß nach Hause: „Alles gut hier, nur wir und die Berge.“ Gute Nacht, liebe Knochen, wir sehen uns morgen wieder.


