Tag 5 - Relax if you can - der kuhle Moment beim Ironbike Ischgl - meine Reise zum Ischgl Ironbike

Thorsten Samstag, 6. August 2022 von Thorsten

Tag 5 - Relax if you can - der kuhle Moment beim Ironbike Ischgl - meine Reise zum Ischgl Ironbike

Anzeige:

Ischgl früh am Morgen

Ischgl früh am Morgen

Servus - Es ist nach 0.00 Uhr und ich komme nicht wirklich in den Schlaf. Um halb eins fallen mir endlich die Augen zu. Fünf Uhr soll der Wecker klingeln, denn schon um 8:15 Uhr in der Früh ist Rennstart. Plötzlich wache ich auf - nanu, seit wann ist der Handywecker denn so dröhnend laut! Ich stehe senkrecht im Bett, der Lawinen-Fehlalarm von Ischgl mitten in der Nacht vor dem Rennen. So krass bin ich noch nie aus dem Tiefschlaf gerissen worden. Ich bilde mir ein, dass der falsche Alarm zum Ironbike dazugehört und schlafe weiter, schließlich lautet das Motto vom Rennen, „relax if you can.“ Der Wecker klingelt - die Nacht war kurz und dennoch bin ich hochmotiviert. Kalt duschen, die Treppe runter zum Frühstücks-Buffet, denn vorhandene Speicher müssen für die bevorstehenden Strapazen aufgefüllt werden. Gefühlt vergeht die Zeit wie im Flug. Gerade noch kalte Dusche und jetzt schon Startlinie - nur gut, dass die Fahrernummer schon an Trikot und Rad angebracht ist.

Anzeige:

Anzeige:

Das Hosenpolster ist schon nass wie ein Autoschwamm beim Frühjahrsputz

Es kann losgehen - Startnummer ist angebracht

Es kann losgehen - Startnummer ist angebracht

Das Wetter ordne ich in die Kategorie bescheiden ein. Aus dem Startblock C düse ich gedrosselt los, konzentriert auf das, was noch kommen mag. Auf der Strecke ein kurzer Schnack mit dem Nebenmann aus Garmisch, „wir fahren zu dritt Medium, was hast du heute vor?“
„Ich versuche die harte Runde!“ 
Kaum war das Wort hart ausgesprochen, da geht es auch schon „very hard“ aufwärts Richtung Galtür und Retoure nach Ischgl. Die Idalp noch in weiter Ferne und mir ist bewusst, im Teutoburgerwald gibt es tatsächlich nur Buckel und keine Berge. Ich kämpfe mich hoch und das Hosenpolster ist schon nass wie ein Autoschwamm beim Frühjahrsputz. Plötzlich tauche ich in die Wolken ein und mir ist klar, das wird hier eine never ending Bergstory, vielleicht sollte ich doch auf medium einlenken. Engel links, Teufel rechts oder umgekehrt. An der Idalp muss die Entscheidung her, doch Körper und Geist haben unterschiedliche Auffassungen - zum Glück sieht man sich immer zweimal im Leben. Flo aus Garmisch ruft von hinten, „gehen wir zusammen auf die harte Runde?“ Ein kurzer Ruck geht durch meinen Körper - „los lass uns!“ Flo entpuppt sich als konditionsstarke Bergziege aber in der Abfahrt …

  •  Der Mega-Trail von Ischgl 
  •  Bereit für ein geiles Rennen  
  •  Über den Wolken  
  •  Das verdampfen der Träne auf dem Wangenknochen  
  •  Was macht der Fotograf denn da 
  •  Schwups - das reißt die Boa Schnur 

Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

Verschwunden im Bergnebel

Noch 100 Meter bis zum Ziel

Noch 100 Meter bis zum Ziel

Er zieht vorbei und findet seinen Rhythmus. In Sichtweite schiebe ich mein Fahrrad hinterher - schwups da reißt die Boa-Schnur am Bikeschuh bei 25% Gefälle. Besser die Schnur als eine Muskelfaser - weiter geht´s!
Florian ist im Bergnebel verschwunden und ich kämpfe mich mit kaputtem Schuh zur Spitze. Die Schweizer Grenze im Blickfeld - wow, eine kleine Freudenträne rollt über die Wange. Der Glücksmoment bleibt nur kurz und die Träne verdampft auf dem Wangenknochen, denn der letzte massive Anstieg vor der Abfahrt steht bevor. Noch einmal alle Kräfte bündeln, bevor es auf den Abfahrts-Trail geht. Fahren, schieben, fahren, schieben - geschafft! Ein letzter Riegel vor der Rückfahrt in´s Tal. 

Wow was für ein geiler Trail - ohne weitere Worte!!!

Ich mache etwas Zeit gut - doch ein lautes Bölken kommt näher und ich denke neeee. Eine 1,00 Meter breite Brücke mit Holzbohlen und darauf eine 1,10 Meter breite Kuh. Okay, das Erlebnis stand schon längst vor dem Ergebnis aber muss das jetzt sein!? Ich warte geduldig und höre den Kuh-Glocken beim Läuten zu - schließlich bin ich im Wohnzimmer der Kühe und nicht umgekehrt. 5 bis 10 Minuten vergehen und ich fasse den Mut, mich mit dem Bike auf dem Rücken an Gunda, Elsa oder wie auch immer vorbeizuschlängeln. Kurz mit dem Fuß zwischen die Holz-Bohlen gerutscht, zum Glück ist dabei nichts passiert (außer eine kleine Laufmasche in der Socke) und weiter geht die Talfahrt Richtung Ziel - jetzt bloß keinen Übermut - einfach nach Hause fahren. Bergziege Flo noch überholt, doch der sportliche Ehrgeiz hat mich bei diesem Rennen schon lange verlassen.

„DABEI SEIN IST ALLES!“ 

Das Ziel durchfahren und im Körper ein Wechselbad der Gefühle. Ein unglaublich anstrengendes Erlebnis mit „kuhlen“ Momenten und neuen Bekanntschaften liegt hinter mir.

Anzeige:

Leo Blog

  • "Schon längst erinnert mich an Lauterbach, nur noch ein lauter Bach."

    Tag 4 - Mit Budweiser-Plauze und Badelatschen durch das Verwalltal - meine Reise zum Ischgl Ironbike

  • Satter Oberschenkel-Schmerz zum Frühstück

    Tag 3 - Nach dem Rausch folgt ein Kater - meine Reise zum Ischgl Ironbike

Gemeinsam über die Berge von Ischgl

Gemeinsam über die Berge von Ischgl

Wer liebt der schiebt
Regional-Partner:

Regional-Partner:

Regional-Partner:

Regional-Partner:

Regional-Partner:

Eindrücke einer Etappe

Anzeige:

Anzeige:

Diese Website benutzt Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis zu ermöglichen. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.